Kinder- und Familienarmut ist eine der zentralen sozialen Herausforderungen in Neukölln. Viele Kinder wachsen unter Bedingungen auf, die ihre Chancen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Teilhabe deutlich einschränken. Der vom Bezirksamt Neukölln veröffentlichte 1. Neuköllner Kinderarmutsbericht 2025 macht diese Lebensrealitäten sichtbar und zeigt zugleich, welche präventiven Ansätze und Unterstützungsangebote im Bezirk bereits wirken und weiterentwickelt werden müssen.
Unser Beitrag: Ganzheitliche Unterstützung für Alleinerziehende
Mit unserem Beitrag „Stärkung Neuköllner Alleinerziehender durch ganzheitliche Beratung und niedrigschwellige Angebote” sind wir ab Seite 48 Teil dieses Berichts. Der Schwerpunkt liegt auf unserer Arbeit mit Alleinerziehenden, die mit ihren Kindern in Neukölln besonders häufig von Armut betroffen sind. Vorgestellt wird unser Arbeitsansatz und die Koordinierungs- und Anlaufstelle für Alleinerziehende, die Beratung, praktische Unterstützung und niedrigschwellige Angebote miteinander verbindet, um Familien zu entlasten, Teilhabe zu ermöglichen und Perspektiven für Kinder und insbesondere ihrer alleinerziehenden Eltern zu verbessern.
Im Zentrum unserer Arbeit stehen dabei:
- Ganzheitliche Beratung, unter anderem zu finanziellen Sicherungsleistungen wie Bürgergeld, Unterhaltsvorschuss oder Wohngeld, zu sozialer Absicherung sowie zu Bildungs- und Teilhabeangeboten für Kinder,
- niedrigschwellige Angebote und Austauschformate, die Begegnung ermöglichen, Isolation entgegenwirken und Alleinerziehende miteinander vernetzen.
- Praktische Unterstützung im Alltag, etwa bei Fragen der Kinderbetreuung oder in herausfordernden Lebenssituationen, stets mit dem Ziel, Hürden abzubauen und Selbstwirksamkeit zu stärken.
Diese Angebote sind bewusst so gestaltet, dass sie auch Familien erreichen, die sonst nur schwer Zugang zu Unterstützung finden. Damit versuchen wir nachhaltig die Lebenslagen der Familien zu stabilisieren und Zukunftschancen der Kinder zu verbessern.
2. Neuköllner Kinderarmutskonferenz: Vernetzung und Perspektiven
Der Bericht mit dem Titel „Kinder- und Familienarmut in Neukölln begegnen“ bildete zugleich eine wichtige Grundlage für die zweite Neuköllner Kinderarmutskonferenz. Bei dieser Konferenz, unter der Leitung der Bezirksstadträtin Sarah Nagel, kamen Fachkräfte aus Praxis, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Ziel der Konferenz war es, Armut in Neukölln nicht nur zu analysieren, sondern auch gemeinsam konkrete Handlungsansätze zur Armutsprävention zu entwickeln. In den Diskussionen wurde deutlich, dass eine erfolgreiche Armutsbekämpfung nur möglich ist, wenn sowohl strukturelle Rahmenbedingungen als auch individuelle Unterstützungsangebote berücksichtigt werden.
Zu den zentralen Ergebnissen der Konferenz gehörten:
- die Notwendigkeit von bezahlbarem und familiengerechtem Wohnraum, da Wohnungsnot und beengte Wohnverhältnisse Armutslagen verschärfen und Kinder besonders belasten,
- die Stärkung von Jugend- und Schulsozialarbeit, um Kinder und Familien frühzeitig zu erreichen und zu unterstützen,
- sowie der Ausbau niedrigschwelliger, gut vernetzter Angebote, die Eltern entlasten und Teilhabe ermöglichen.
Gemeinsame Erklärung der Kinderarmutskonferenz: Forderungen für wirksame Armutsbekämpfung
Zusätzlich zur Vorstellung von Maßnahmen wurde im Rahmen Konferenz eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. In diesem Papier sind die zentralen Bedarfe und Forderungen zusammengefasst, die Fachkräfte, Träger, Verwaltung und weitere Beteiligte bei der Armutsbekämpfung als besonders wichtig erachten. Die Erklärung benennt konkrete Handlungsfelder, in denen Maßnahmen gestärkt oder ausgebaut werden müssen. Dazu zählen eine verlässliche Finanzierung präventiver Angebote, kostenlose Bildungs- und Mitmachmöglichkeiten für Kinder, eine intensivierte Jugend- und Schulsozialarbeit, niedrigschwellige Zugänge zu Unterstützungsleistungen sowie vor allem mehr bezahlbarer Wohnraum für Familien. Damit wird deutlich, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um Kinder- und Familienarmut in Neukölln nachhaltig zu begegnen.
Unser gemeinsames Ziel: Armut nachhaltig abbauen
Mit unserer gemeinsamen Arbeit im Bezirk verfolgen wir ein klares Ziel: Kinder- und Familienarmut in Neukölln wirksam und nachhaltig abzubauen. Dafür sind verlässliche Beratungsangebote, starke Netzwerke im Sozialraum und klare politische Rahmenbedingungen erforderlich insbesondere in den Bereichen Wohnen, Bildung und soziale Sicherung. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Familien und Kinder in Neukölln die Chance auf ein gutes und selbstbestimmtes Aufwachsen haben.








